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Nationalmannschaft

Nora Snedkerud

Das war ein Schock für mich

  • Beitrag - Obertitel: Handball-Nationalspielerin Nora Snedkerud, 20, aus Widen spricht über die WM und ihre neue Herausforderung in Frankreich.
  • Beitrag - Kurzinformation: Über die Festtage weilt Nora Snedkerud, 20, im Kreise ihrer Familie in Widen, gelegen über dem Limmat-und dem Reusstal. Nach Beendigung der Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden musste die1,82MetergrosseKreisläuferin erst ein paar Tage zu ihrem Klub mit dem klingenden Namen Strasbourg Achenheim Truchtersheim. Jetzt aber hat auch die Schweizer Nationalspielerin mit norwegischen Wurzeln Ferien. Hoch über dem Nebelmeer empfängt die ehemalige Juniorin des HC Dietikon-Urdorf diese Zeit zum Interview.
  • Beitrag - Autor: Ruedi Burkart
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Sie spielten während vier Jahren im Nachwuchs des HC Dietikon-Urdorf, dann ab der U16 beim Spitzenklub LK Zug. Nach drei Jahren in der höchsten Schweizer Liga bei Spono Nottwil wechselten Sie im vergangenen Sommer zum Klub Strasbourg Achenheim Truchtersheim in der höchsten französischen Liga. Warum?

Nora Snedkerud: Nach der Europameisterschaft im vergangenen Jahr (es war Snedkeruds erstes Turnier im Kreise der Schweizer A-Nationalmannschaft, Anmerkung der Redaktion) merkte ich, dass ich eine neue Herausforderung in einer stärkeren Liga will. Dass es nun Frankreich ist, war ein wenig auch Zufall. Ich wollte es nach drei Saisons bei Nottwil einfach mal im Ausland versuchen.

Wie kommt ein solcher Transfer zustande? Wie muss man sich das vorstellen?

Durch meine Agentin ist der erste Kontakt mit Strasbourg entstanden. Ich sagte ihr, dass ich es mal in einer anderen Liga versuchen möchte. Eine Agentin oder einen Agenten haben mittlerweile fast alle Spitzenspielerinnen.

Jetzt stehen Sie seit dieser Saison bei einem Klub im nahen Elsass unter Vertrag. War das ein bewusster Entscheid? Würden Sie in Nordfrankreich spielen, wäre die Reise nach Widen zu Ihrer Familie einiges mühsamer.

Auch das war Zufall.

Wie lange dauert Ihr Kontrakt?

Zwei Jahre fix plus eine Option auf eine dritte Saison.

Wie lebt es sich in Strasbourg?

Es gefällt mir sehr, danke der Nachfrage. Mir wurde vom Klub in Strasbourg eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Neben dem täglichen Handballtraining absolviere ich einen Sprachkurs und mache die Berufsmatura im Fernstudium.

Kein Heimweh zwischendurch?

Na ja, nicht wirklich (schmunzelt). Ich habe tolle Mitspielerinnen, der Umgang untereinander ist sehr kollegial. Mit meiner Familie kann ich ja täglich Kontakt haben, falls ich das möchte.

Sie leben als Profisportlerin? Oder arbeiten Sie in einem Teilpensum neben dem Sport?

Ich arbeite neben dem Handball nicht. Ich kann mich auf den Sport und meine Weiterbildung konzentrieren.

Wie läuft es Ihnen und Ihrem Klub in der nationalen Meisterschaft?

Wir hatten im Herbst eine schwache Phase, haben uns aber mittlerweile gefangen. Wir stehen momentan auf Rang 10, aber wir wollen in die Top 8 der Liga. Das ist auch unser Anspruch in der laufenden Saison.

Wie sieht es mit den Zuschauerzahlen aus?

Wir haben in Truchtersheim eine vergleichsweise kleine Heimhalle mit nur einer Tribüne auf der einen Seite. Die ist jeweils gut gefüllt, aber genaue Zahlen kann ich Ihnen nicht nennen. Die Heimspiele gegen grosse Klubs wie Metz oder Brest tragen wir in einer grösseren Halle in Strasbourg aus, da können es schon mal 5000 Fans sein.

Persönlich

Die 20-jährige gebürtige Limmattalerin Nora Snedkerud spielte als Juniorin beim HC Mutschellen, bei Wohlen, dem HC Dietikon Urdorf und bei Wasserschloss. Im Alter von 15 Jahren wechselte die Kreisläuferin zum Spitzenklub LK Zug ins U16-Eliteteam.

Im Sommer 2022 schloss sie sich Spono Nottwil in der höchsten nationalen Liga an. Sie spielte drei Saisons für die Luzernerinnen. Seit diesem Jahr steht Snedkerud beim französischen Erstligisten Strasbourg Achenheim Truchtersheim unter Vertrag.

Für die Schweizer A-Nationalmannschaft war sie an der EM 2024 und der kürzlich zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft im Einsatz. Nora Snedkeruds ältere Schwester Larissa Snedkerud spielt bei der SG Freiamt Plus in der 2. Liga.

Aber in der Hauptrunde kamen wir an unsere Grenzen.

Ihre persönliche Bilanz nach den ersten Monaten in der Fremde?

Ich kann sagen, dass der Wechsel nach Frankreich für mich sehr positiv war. Am Kreis habe ich mich mittlerweile in die Stammformation gespielt.

Sie geben das Stichwort für die nächste Frage. An der jüngst zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft starteten Sie als Nummer zwei auf Ihrer Position. Im sechsten und letzten WM-Spiel verletzte sich Tabea Schmid, die unbestrittene Stammspielerin am Kreis, schwer am Knie. Sie kamen ins Spiel und erzielten bei der 24:36-Niederlage gegen Rumänien zwei Tore. Wie war das für Sie?

Tabeas Verletzung war ein Schock für mich und das ganze Team.

Abgesehen von diesem Malheur: Wie präsentiert sich Ihr persönliches WM-Fazit?

Die Gruppenphase mit den beiden Siegen gegen Iran und Senegal und der einen starken Halbzeit gegen Ungarn war okay. Es folgten drei Niederlagen. Darum bin ich auch nicht sehr zufrieden. Ich hätte bei meinen Einsätzen mehr herausholen können, das muss ich mir eingestehen. Auch in der Abwehr, da bin ich nicht immer gleich ins Spiel gekommen.

Tabea Schmid wird mit einem Kreuzbandriss bis zu neun Monate ausfallen. Das ist Ihre grosse Chance auf den Stammplatz am Kreis in der Schweizer Nati.

Zuerst einmal tut es mir persönlich für Tabea mega leid. Wie es nun weitergehen wird? Wir werden sehen. Ich hoffe einfach, dass sie möglichst rasch wieder gesund wird.

Wann steht der nächste Termin mit der Nationalmannschaft an?

Im März. Dann geht es in die Vorbereitung auf die Europameisterschaft im nächsten Winter. Dann werden wir auch wissen, wie der Heilungsverlauf von Tabea ist.

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Erfahrungen von der Heim Euro

  • Beitrag - Obertitel: «Wir haben noch nie vor so vielen Leuten gespielt»: So erlebt Spono-Spielerin Nora Snedkerud die Handball-EM
  • Beitrag - Kurzinformation: Ein Punkt am Dienstag gegen Kroatien (20.30 Uhr, SRF 2), und die Schweiz steht in der EM-Hauptrunde. Nottwils Kreisläuferin Nora Snedkerud (19) erwartet viele Emotionen.
  • Beitrag - Autor: Stefan Santschi
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Ihnen gelangen am Sonntag bei der 30:35-Niederlage gegen Dänemark Ihre ersten beiden EM-Tore. Wie fühlte es sich an?

 Nora Snedkerud: Ich war sehr nervös und als Tabea Schmid rauskam, dachte ich zuerst nur: Ui, okay … In der ersten Partie gegen die Färöer hatte ich nicht gespielt, daher wusste ich nicht, ob Lisa Frey oder ich eingewechselt wird. Schliesslich auf dem Platz zu stehen, war mega cool.

5423 Fans sorgten im Schweizer Frauenhandball für einen Zuschauerrekord. Wer hat aus Ihrem persönlichen Umfeld mitgefiebert?

Meine Eltern, Schwester, Cousine, Tante, Onkel, Grossmami und ein Car mit Kolleginnen aus meinem Stammklub Dietikon-Urdorf. Nach dem Spiel haben wir jeweils eine Stunde Zeit, um die Angehörigen zu treffen, bevor wir zurück ins Hotel fahren. Zum Match allgemein und auch zu meiner Leistung bekam ich viel Positives zu hören.

Wie erlebten Sie die grossartige Stimmung in der Basler St. Jakobshalle?

Alle aus unserem Team haben noch nie vor so vielen Leuten gespielt, das ist einfach krass und mit der Schweizer Liga nicht vergleichbar. Wie uns das Publikum pusht, ist ein mega Erlebnis.

Neben Mia Emmenegger und Nuria Bucher vertreten Sie im Nationalteam die Spono Eagles. Wie sehen Sie Ihre Rolle am Kreis und im Innenblock der Abwehr?

 

Am Kreis ist Tabea Schmid die klare Nummer eins. Ich bin ready, wenn sie eine Pause braucht oder eine Zweiminutenstrafe kassiert. Mittlerweile habe ich in meine Aufgabe reingefunden, zu Beginn war es schwierig, weil ich die Mitspielerinnen noch nicht so gut kannte. Nun weiss ich, was sie wollen, wann ich am Kreis stehen bleiben oder wegziehen muss.

Dabei sind Sie erst in der unmittelbaren Vorbereitung auf den EM-Zug aufgesprungen.

In der EM-Qualifikation war ich nicht dabei, Lisa Frey und Mirjam Ackermann spielten an meiner Stelle. Im Oktober erhielt ich das Aufgebot für den Trainingslehrgang, auch am Turnier in Rumänien war ich dabei. Darüber habe ich mich mega gefreut, ich wollte unbedingt an die EM.

Was ist im Duell mit einem Weltklasse-Team wie Dänemark anders als üblich?

Sobald man einen kleinen Fehler macht, wird er sofort bestraft. Das Tempospiel, der Gegenstoss, die Explosivität und die Richtungswechsel sind schon sehr eindrücklich. Und am Kreis bekomme ich von der Abwehr eine Härte zu spüren, die nicht mit Schweizer Vereinen vergleichbar ist. Es ist schwierig, eine Sperre zu stellen.

Grosse Klasse verkörpert auch Tabea Schmid. In welcher Hinsicht ist sie eine Inspiration?

Wie sie die Bälle krallt, ist aussergewöhnlich. Wir sagen, dass Tabea in der Hand einen Magneten haben muss (lacht). Sie kennt ihre Mitspielerinnen sehr gut. Sie weiss, wo die Bälle hinkommen, und kann sich entsprechend bewegen. Wenn mir etwas unklar ist, dann frage ich sie.

Die Familie Ihres Vaters stammt aus Norwegen, der Schweizer Nationaltrainer Knut Ove Joa ist Norweger. Was zeichnet ihn aus?

Er ist ein sehr ruhiger Trainer, er wird nicht oft laut. An einer EM, wo alle ziemlich nervös sind, ist die Ruhe, die er reinbringt, sehr wichtig. Auch technisch und taktisch hat er enorm viel Ahnung. Mehr als ein paar Sätze Norwegisch kann ich aber nicht, ich lerne die Sprache erst seit etwa eineinhalb Jahren.

Am Dienstag reicht gegen Kroatien ein Punkt, um in die Hauptrunde in Wien zu kommen. Wie sehen Sie die Ausgangslage?

Wir brauchen einen guten Tag, aber wir haben gute Chancen. Kroatien ist nicht in Topform, wie das Spiel am Sonntag gezeigt hat (17:17-Remis gegen die Färöer, Anm. d. Red.). Trotzdem ist die Hauptrunde für die Kroatinnen ein Muss und deshalb werden sie mit Vollgas und vielen Emotionen gegen uns antreten.

Speziell: In der Hauptrunde wartet unter anderem Olympiasieger und Europameister Norwegen mit Ihrem Vorbild Kari Brattset Dale.

Am Sonntag schauten wir uns an, auf wen wir in der Hauptrunde treffen würden. Norwegen, ach wow, wäre schon mega cool …

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Heim Euro 2024

  • Beitrag - Obertitel: Handball, Frauen-Nati, Heim-Europameisterschaft: Die Widerin Nora Snedkerud will Erfahrungen sammeln
  • Beitrag - Kurzinformation: Ein Leben für den Handball. Die Akademie am «OYM» hat Nora Snedkerud abgeschlossen, nun jobbt sie auf der Gemeinde in Widen. Die Kreisläuferin der Spono Eagles in der NLA steht nun vor dem grössten Highlight ihrer jungen Karriere. «Ich habe noch nie vor so vielen Menschen gespielt», so die 19-Jährige.
  • Beitrag - Autor: Stefan Sprenger
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Am Kreis im Mittelpunkt

Kreisläuferin Nora Snedkerud aus Widen steht bald im Mittelpunkt der Schweizer Handballwelt. Am Freitag startet die Frauen-Nati in die Heim-Europameisterschaft in Basel. Die 19-jährige Snedkerud wird versuchen, ihren Teil zu einer erfolgreichen EM-Kampagne beizusteuern. «Ich freue mich riesig», sagt sie. 

Sie ist ein Mensch, der schon Tage vor einem grossen Spiel nervös ist. «Und das steigert sich dann bis zum Anpfiff», sagt Nora Snedkerud. Es ist eine positive Anspannung vor der Heim-Europameisterschaft. Am Freitagabend (18 Uhr) wird die Schweiz gegen die Färöer-Inseln in der St.-Jakobs-Halle in Basel antreten. Über 5000 Menschen werden dabei sein, die Stimmung wird gigantisch werden. «Und ich freue mich riesig», so Snedkerud.

«Ich bin keine Leistungsträgerin»

Mit Tabea Schmid hat die Freiämterin starke Konkurrenz am Kreis in der A-Nati. Schmid hat in der Abwehr und der Offensive eine tragende Rolle. Snedkerud sagt: «Meine Rolle ist klar. Ich bin keine Leistungsträgerin. Aber wenn es mich braucht, bin ich bereit und werde alles geben. Von dieser EM kann ich sehr viel mitnehmen, auch wenn ich vermutlich nicht riesig viel Spielzeit erhalte.»

Nora Snedkerud ist eine Handballerin durch und durch. Im Alter von fünf Jahren hat sie beim HC Mutschellen angefangen. Der Sport wurde ihr aber schon in die Wiege gelegt. Mutter Barbara spielte bereits in der Nationalliga A beim TV Uster. Ihre Karriere liess sie dann in Dietikon ausklingen. «Ich habe sie noch auf dem Feld erlebt, sie spielte sehr lange», meint Nora. Auch die drei Jahre ältere Schwester Larissa spielt Handball, bei der SG Freiamt.

Viel Freiamt

Der Familienname Snedkerud lässt auf skandinavische Herkunft schliessen. Und dort hat der Handballsport einen grossen Stellenwert. «Mein Grossvater ist Norweger und kam aus beruflichen Gründen in die Schweiz. Norwegen hat aber mit meiner sportlichen Leidenschaft nicht viel zu tun», sagt sie.

Nora Snedkerud spielte bis zur Saison 2019 im Freiamt. Erst beim HC Mutschellen und nach dem Zusammenschluss der Frauenabteilungen von Dietikon und Wohlen unter dem Schirm der SG Freiamt. Ihre grössten Förderer sind die Freiämter Manuela Strebel und Stefan Maag. Sie wird zum LK Zug in den Nachwuchs geholt. Auch dort trifft sie auf einen Handballtrainer aus dem Freiamt, der sie weiterbringt: Thomas Huber aus Muri. Vor zwei Jahren wechselt sie zu den Spono Eagles (aus Nottwil) in die Nationalliga A.

Zudem ist Snedkerud – die erst die Sportschule in Buchs besucht – eine der ersten Frauen, die an der Handball-Akademie «OYM» in Cham dabei sein darf. Dort macht sie eine sportliche KV-Lehre. Aktuell holt sie ihre Berufsmatur per Fernstudium nach und hat einen Aushilfsjob bei der Gemeinde Widen. Und pendelt pro Woche mehrmals zwischen ihrem Wohnort Widen und Nottwil, wo sie spielt und trainiert. «Ich bin gerne im Auto unterwegs», meint Snedkerud, die als Ausgleich zum Handball gerne liest (Aktuell den Roman «Shatter me») oder Brot und Zimtschnecken bäckt.

«Alle sind da»

Für die 1,82 m grosse Kreisläuferin ist Sport enorm viel wert. Die Freundschaften, die Lebensschule. Vor rund 10 Jahren war sie auch als Sprinterin bei Leichtathletik-Events dabei. Und heute gibt es nur noch eines: Handball, Handball, Handball. «Und ich tue es gerne. Jeden Tag.» Und sie träumt davon, eines Tages im Ausland zu spielen. Einmal in Dänemark oder Norwegen zu spielen, «das wäre ein Ding», wie sie meint. Champions League, Olympia, Meistertitel: Nora Snedkerud hat viele Ziele und Träume. Aber aktuell sind diese Dinge alle egal, denn es steht ein absolutes Highlight an: die Handball-Europameisterschaft im eigenen Land. Mit der Wohlerin Seraina Kuratli – die sie aus gemeinsamen Zeiten in der SG Freiamt und dem «OYM» kennt – wird sie sich das Zimmer teilen. Und sie ist enorm glücklich, ein Teil des A-Nationalteams zu sein und bei diesem Mega-Anlass dabei zu sein. «Der HC Mutschellen kommt, meine Freunde, meine Familie, von den Eltern bis zu den Grosseltern und der Tante, alle sind da. Und ich freue mich riesig.»

Sie erwartet spannende Spiele. Zum Auftakt gegen die Färöer-Inseln muss die Schweiz gewinnen. Am Sonntag (18 Uhr) ist gegen Dänemark nur schwer was zu holen. Und zum Abschluss der Vorrunde geht es am Dienstag (3. Dezember, 20.30 Uhr) gegen Kroatien. «Wir sind gegen zwei der drei Teams die klaren Aussenseiterinnen. Aber wir können mit diesem Team etwas Grosses erreichen. Unser Traum ist es, bei der Hauptrunde in Wien dabei zu sein.» Snedkerud wird – egal ob auf oder neben dem Feld – ihr Bestes geben, ihren Beitrag leisten. «Und die Nervosität wird sich irgendwann legen», weiss sie aus Erfahrung.


Schweiz in Form

Am Freitag und Sonntag bestritten die Schweizerinnen ihre letzten Testspiele vor dem Start an der Heim-Europameisterschaft in Basel. Island wurde zweimal bezwungen (30:29 und 29:28). Die Schweiz präsentiert sich also wenige Tage vor dem grossen Highlight in Basel in bester EM-Form. Es war übrigens der fünfte Sieg in Folge für die A-Nati. 37:26 gegen die Türkei, 36:27 gegen Rumänien, 27:22 gegen Nordmazedonien und nun zwei Erfolge gegen Island. Fünf Siege nacheinander hat die Frauen-Nati in ihrer Geschichte noch nie geschafft. Und dies ausschliesslich gegen weitere EM-Teilnehmerinnen. --red

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Nora Snedkerud posiert stolz im Nati-Dress mit der Nummer 33.

Bereit für die EHF Euro 2024

  • Beitrag - Obertitel: Die Heim Euro 2024 startet in wenigen Tagen.
  • Beitrag - Kurzinformation: «Ich bin realistisch, ich kenne meine Rolle im Team»: Nora Snedkerud will an ihrer ersten EM vor allem lernen
  • Beitrag - Autor: Ruedi Burkart
  • Beitrag - Bildquelle: Limmattaler Zeitung
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Am Freitag startet die Handball-Europameisterschaft der Frauen. Nora Snedkerud, 19-jährige frühere Juniorin des HC Dietikon-Urdorf, ist erstmals mit dem A-Nationalteam an einem grossen Turnier dabei.

Die Titelkämpfe starten für die Schweizerinnen zwar erst am Freitag, aber Nora Snedkerud hat bereits einige intensive Tage hinter sich. Am Montag, 18. November, rückte die Kreisläuferin ins EM-Camp der Schweizer Nati in Schaffhausen ein. Vier Tage lang wurde trainiert, am vergangenen Wochenende standen die beiden letzten Vorbereitungspartien gegen Island auf dem Programm. Dann genossen Spielerinnen und Staff zwei freie Tage, ehe sich das Team diesen Dienstag in Pratteln erneut traf. Snedkerud war in der ganzen Vorbereitungszeit zweigleisig unterwegs, Handballspielen und Lernen waren angesagt.

Grund: Am Montag musste die KV-Absolventin Zwischenprüfungen für die Berufsmatur ablegen. «Alles ist so weit okay, danke der Nachfrage», meldet die im aargauischen Widen mit ihren Eltern lebende Snedkerud. Dort, im knapp 4000 Einwohner zählenden Dorf auf dem Mutschellen, arbeitet sie in einem Teilzeitpensum bei der Gemeindeverwaltung. Ihr Arbeitgeber muss seit letzter Woche allerdings auf die junge Sportlerin verzichten, momentan lebt Nora Snedkerud als Handball-Profi.

Das erste Spiel stellt bereits die Weichen

Womit wir beim Thema wären. Snedkerud, bei den Spono Eagles aus Nottwil in der höchsten nationalen Liga unter Vertrag, steigt mit der Schweizer Nationalmannschaft an diesem Freitag in die Heim-Europameisterschaft. In der Basler St. Jakobshalle steht mit dem Spiel gegen die Färöer die erste von drei Vorrundenpartien an. «Das wir schon ein erster Härtetest für uns», blickt Snedkerud voraus.

Laut der Kreisläuferin wird sich die Schweiz mit den Färöer und Kroatien um Rang zwei in der Gruppe duellieren, welcher neben dem Gruppensieg den Einzug in die Hauptrunde bedeuten würde.

Der amtierende Europameister und aktuelle WM-Dritte Dänemark, das vierte Team in der «Schweizer Gruppe», sei normalerweise ausser Reichweite, sagt Snedkerud. Allerdings darf man sagen, dass die Schweiz im Flow ist wie noch nie. Fünfmal in Serie hat die Nati zuletzt gewonnen. So etwas habe es in der 50-jährigen Geschichte des Spitzenhandballs in der Schweiz noch gar nie gegeben, meldet der Verband Swiss Handball auf seiner Website.

Bislang spielte Snedkerud mit viel Erfolg in den Nachwuchs-Nationalteams, nun ist sie bei den Erwachsenen angekommen. Der 1,82 Meter grossen Kreisläuferin ist bewusst, dass sie momentan noch hintenanstehen muss. «Ich bin realistisch, ich kenne meine Rolle im Team», sagt sie.

Ein Vorbeikommen an der aktuellen Nummer 1 am Kreis, der 21-jährigen Tabea Schmid, ist momentan bestenfalls Wunschdenken. Schmid spielt als Profi in Kopenhagen und war in den beiden abschliessenden siegreichen Testspielen gegen Island kaum zu stoppen; sie erzielte total 18 Tore. Trotz ihres jungen Alters ist Schmid eine der ganz grossen Stützen der Schweizer Nati.

Drei Spiele an fünf Tagen – und dann ab nach Wien?

Der EM-Spielplan hat es in sich. Die Färöer am Freitag, Dänemark am Sonntag und dann das womöglich entscheidende Duell mit Kroatien am kommenden Dienstag. «Es werden intensive Tage. Aber dafür leben wir Handballerinnen ja», erklärt Snedkerud. Gelingt der Schweiz der Coup und sie klassiert sich in ihrer Gruppe tatsächlich auf Rang zwei, gehen die Titelkämpfe in Wien weiter. Die Schweiz ist zusammen mit Österreich und Ungarn Co-Ausrichter der ersten EM, an welcher 24 Nationen teilnehmen.

Dauern wird die Europameisterschaft bis 15. Dezember. Dann findet in der 12’000 Zuschauer fassenden Wiener Stadthalle der Final statt. So lange wird die Schweiz aller Voraussicht nach nicht im Turnier bleiben. Ein Vorstoss in die Hauptrunde wäre bereits ein grosser Erfolg für die Eidgenossinnen.

Und was müsste geschehen, damit Nora Snedkerud Mitte Dezember vor einer für sie persönlich erfolgreich verlaufenen EM berichten könnte? «Ich hoffe natürlich, dass unser Team möglichst lange dabeibleibt. Und für mich hoffe ich, dass ich auf ein paar Einsatzminuten komme.» In erster Linie stehe für sie Lernen auf hohem internationalen Niveau auf dem Programm.

Am Support der Fans soll es jedenfalls nicht scheitern. Wie man hört, sind für die Spiele der Schweizerinnen in Basel nur noch wenige Tickets erhältlich. Am kommenden Sonntag fährt zudem eine Fan-Delegation des Juniorenklubs von Snedkerud, also des HC Dietikon-Urdorf, in einem Car aus dem Limmattal zum Spiel gegen Dänemark. «Wenn ich dann auf den Rängen bekannte Gesichter sehe, wird das Ganze noch einmal spezieller für mich», freut sich Snedkerud.

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Am Ende «enttäuschend»

  • Beitrag - Obertitel: Die U20 Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft
  • Beitrag - Kurzinformation: Die Schweizer Handballerinen starteten so gut in die U20-Weltmeisterschaft in Nordmazedonien. Träumen war erlaubt. «Wir sind gut drauf», sagte die Freiämter Nora Snedkerud. Die Kreisläuferin aus Widen, die einst für den HC Mutschellen und Handball Wohlen spielte, ist aber mittlerweile zu einem ernüchternden Fazit gekommen. «Wir haben als Team in den letzten Partien enttäuscht», sagt sie.
  • Beitrag - Autor: Stefan Sprenger
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Gegen Tunesien, Chile, Ägypten und Rumänien gab es zum Start vier Siege. Die erste Niederlage gegen Holland war verkraftbar, da die Schweizerinnen das Ticket für den Viertelfinal schon auf sicher hatten. In jenem Viertelfinal gegen Frankreich platzten alle Träume. Die Schweizer verloren mit 26:34 (14:16). Auch im zweiten K.-o.-Spiel (um den 5. Rang) verlor man gegen Portugal mit 25:30 (15:13). Und auch im abschliessenden Platzierungsspiel (um Rang 7) kann die Schweiz nicht reüssieren und verliert gegen Island mit 26:29 (12:14). Snedkerud trifft in jedem Spiel, ein schwacher Trost. «Wir können auf den 8. Schlussrang stolz sein. Dennoch überwiegt die Enttäuschung, weil viel mehr drin gewesen wäre. Wir wollten gegen Island einen guten Abschluss unserer Zeit in der Nachwuchs-Nati hinkriegen, leider ist uns das nicht gelungen.» Der Schweizer Nachwuchs zeigt an diesem Turnier einen sackstarken Start – und baut dann aber auch stark ab.

Snedkerud geht nun in die Ferien, bevor es mit Athletikaufbau losgeht und die Saisonvorbereitung mit ihrem Team – den Spono Eagles aus der NLA – startet.

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